Die fröhlichen Sitztänzerinnen von der Ursulinenstraße oder Sitztanz tut allen gut.
Dienstags, kurz vor 14 Uhr 15. Die etwa zehn Teilnehmerinnen der Sitztanzgruppe versammeln sich im Tanzraum. Sie gehören zu den älteren Mitgliedern unseres Vereines. Sie haben mit ihren Stühlen einen großen Kreis gebildet und warten nun, viele mit einem erwartungsfrohen Lächeln, auf Martina, ihre Sitztanzlehrerin. Sie freuen sich auf die nächsten sechzig Minuten, auch wenn es zwischendurch etwas anstrengend werden könnte. Ich habe mich unter sie gemischt. Freundlich werde ich angeschaut. Ein Mann war noch nie zu Gast bei ihnen, eine Premiere. Martina, die Gruppenleiterin, kommt hinzu, lässt auf dem Recorder eine flotte Musik erklingen, setzt sich dazu und begrüßt die erwartungsfrohe Runde. Dann geht es los. Der Radetzkymarsch ertönt. Das macht alle munter. Auch die noch ein wenig müden Damen werden von Martina freundlich zum Mitmachen ermunter. Martina gibt nun Bewegungen vor, mit den Füßen, mit den Armen, mit Hals und Kopf, mit dem ganzen Oberkörper und alles im Rhythmus der Musik. Das ist ganz schön anstrengend. Denn ich muss Muskeln bewegen, die sonst wenig zu tun haben und deswegen etwas schlaff sind. Erschwerend kommt hinzu, dass man es sich nicht hinten an der Stuhllehne gemütlich machen kann. Von wegen! Man muss vorne auf der ersten Hälfte des Stuhles sitzen. Aber bevor alle müde werden, ist Entspannung angesagt. Die Muskeln werden gelockert und es kann mit einem anderen Musikstück weiter gehen, der Ballade „pour Adeline“ zum Beispiel, dem „flinken Wiesel“, oder einem mexikanischen Walzer. Am Anfang hatte ich ein wenig hochmütig gedacht, ich würde unterfordert. Da lag ich ganz falsch. Im Gegenteil! Ich wurde gefordert und es hat mir und meinen Muskeln gut getan. Ob alle meine Muskeln, besonders diese, die sonst von mir in Ruhe gelassen werden, auch so denken, sei dahin gestellt. Einige Übungen gab es im Laufe der sechzig Minuten, bei denen ich deutlich schlechter war. Nämlich da, wo ich gleichzeitig verschiedene, auch gegenläufige Bewegungen ausführen sollte. Da hatte ich, anders als die Sitztänzerinnen, einige Koordinationsprobleme. Einfach ausgedrückt: Bei mir gab es ein Bewegungs-Durcheinander.(Ich muss das dringend zu Hause üben, dachte ich, damit ich mich beim nächsten Mal vor den Damen und der Übungsleiterin nicht blamiere, sollte ich noch einmal teilnehmen. Das habe ich mir fest vorgenommen.) Nach 60 Minuten war der Übungsteil vorbei und der Kaffee- und Kuchenteil begann. An einem schön gedeckten Tisch saßen alle gemütlich eine Weile zusammen und plauderten. Ein schöner Nachmittag ging für unsere älteren Seniorinnen gegen 16 Uhr zu Ende. Ich habe mich gefragt, warum nur für ältere Seniorinnen. Sitztanz tut allen gut, Kaffee und Kuchen und Plätzchen sowieso und als Mann ist man Hahn im Korbe. (RW)